100W Corsicana artist & writer residency

100W Corsicana artist & writer residency

07/06/2022
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by BCG
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dies ist jetzt

heute

2. 7. (36°, schwülwarm bis in die Nacht)

so muss es jetzt auf Reisen gehen, Weiterbearbeitung erst wieder in Düsseldorf.

gestern

1. July (Tag 28, 36°)

nochmals ein Spielbild begonnen, einen kleinen wunderlichen St. Sebastian in diesem irren Grünton von Sennelier ‚Stil de grain vert‘; ganz dünn vermalt ist es ein intensives Indischgelb, aber dick aus der Tube feuriges Olivgrün. Und färbt ebenso wie Preussischblau wie die Pest.

Mehr oder weniger der letzte Arbeitstag hier, obwohl ich erst am Montag, 4th of July abreise; es muss ja alles trocken sein, um es einzupacken.

Melancholie.

30. 6. (Tag 27)

jetzt ist die Luft erstmal raus: nicht am großen Bild gemalt; ein wenig auf kleinem Format (Holz) gespielt.

Später nochmals vor das große Bild gesetzt, nur geschaut, gewartet, beinahe eingeschlafen; und irgendwann scheint sich das Gehirn zu langweilen: es hat alles gesehen was da ist, es nach spannend und weniger spannend eingeordnet, ganz ohne das Zutun des Verstandes und dann entstehen irgendwann wieder visuelle Wünsche.
Also doch nocht ein wenig gemacht – an der Farbigkeit des Untergrundes der leigenden Figur und des Reiters. Es geht also weiter.

29. 6. (Tag 26)

große Unzufriedenheit; der weisse Pferdekopf war wie eine Illustration, fiel aus dem Bild. verschiedene kleine Veränderungen vorgenommen, dabei aber das Gefühl, dass etwas viel Grundlegenderes passieren muss.

28. 6. (Tag 25, harmlose 34°C)

mit Freude über den weissen Pferdekopf gestartet und jetzt am Mittag die Überzeugung verloren – über die Farbflächen, Hinter- und Untergründe. Es kommt mir jetzt so vor, also würde das Bild nicht besser, wenn ich weiter dan den Flächen arbeite, sie leicht verändere, sondern es nur ein wenig anders.
Auf den Fotos fällt mit auf, dass der Pferdekopf aus Papier ziemlich toll aussah, und jetzt gemalt nicht mehr. Es wäre den Versuch wert, den Eindruck des Fotos malerisch zu reproduzieren.

Vielleicht ist es aber Zeit, das Bild mal ruhen zu lassen, einfach hier aufhören, und später zurück in Deutschland mit frischem Blick schauen, was da Sinn macht.


27. 6. (Tag 24, nur 35°C – dafür aber schwül)

der trägen Hitze entsprechend ging es langsam heute. unkonzentriert und abgelenkt. Aber die Figur das Mädchens rechts neu gemalt. Vorlage ist nun eine Zeichnung nach einer Moderson-Becker in Wuppertal. mit der etwas öden schmutzig rötlichen Fläche links gehadert – vielleicht doch wieder, wie gestern bereits versucht (und übermalt) Kakteen. Erstmal als Entwurf. Ebenso der Pfederkopf – gestern abend schon wollte ich einen weissen Pfederkopf; gefällt mir sehr gut, ich zögere dennoch.


26. 6. (Tag 23, 38°C)

nach weiterem Anlauf am Abend und der Übermalung der (heute erst neu entstandenen) hellgeben Fläche links unten. ist ein wenig statisch geworden…

Anfangs heute am Reiter und den Farbflächen weitergearbeitet. morgen ist es Zeit, das Mädchen rechts zu überarbeiten. Jede Änderung in Farbe und malerischer Struktur fordert jetzt Veränderungen in anderen Bereichen des Bildes. Und es ist schwierig, eine Lockerheit des Ganzen zu bewahren, wenn ich mich auf ein Gesicht konzentriere. Mir ist ein wenig bange, das Bild ‚totzumalen‘. Auch sind die wohlverteilten farbigen Akzente zu hübsch. Wie groß darf aber das Fass sein, das ich noch aufmache in den verbleibenden 5 Tagen?

Dennoch, es kann ja immer nur nach vorne gehen, nie zurück.


25. 6. (Tag 22, 38°C)

Tagesaufgabe war für mich, dem Liegenden Füße zu malen; dafür länger herumexperimentiert, wie die Frau den nun das Bein umklammert halten soll, und evtl. doch beide Füße – wie in der Vorlage für die Frauenfigur. Dann hätte ich allerdings die Beinstellung enger machen müssen und dennoch die ganze Frauenfigur ein wenig verschieben. Das Resultat des Prozesses ist eine Überarbeitung sowohl der Beine des Toten als auch der Frau (die mir so ziemlich gut gefällt, ihr Gesichtsausdruck vor allem) und dennoch ein anhaltendes Hadern mit den Füßen.
Drüber schlafen und morgen mit frischem Bilck weiter.


24. 6. (Tag 21, 3 Wochen, 39°C)

wenig gemacht, weiter der Körper des Liegenden und seinen Untergrund überarbeitet. nachmittags dann den Fuß wieder auswaschen müssen, da er falsch war. Schade, wäre ein guter Abschluss des Tages gewesen.


23. 6. (Tag 20, 38°C)

habe irgendwie dann gestern in meiner Frustration doch losslassen können und der Knoten hat sich zum Glück gelöst, trotz anstrengender, zu warmer Nacht (oder vielleicht deshalb?)
Heute nun fast den ganzen Tag die Figur des liegenden Mannes überarbeitet und auch ein Gesicht für ihn gefunden. Morgen geht es damit weiter.


22. 6. (Tag 19. Sommeranfang, 36°C)

der erste Tag, der ein völliger Ausfall war. nichts tun können.


21. 6. (Tag 18. summer solstice)

hat Kraft gekostet – aber Erleichterung und Freude über die große schwarze Masse von Pferd und Reiter. Wieder zwei Anläufe gebraucht, da es mir schwerfiel eine Größe zu erreichen, die klar außerhalb meiner Komfortzone liegt. Jetzt am Nachmittag schaue ich mal wieder mit müder Bequemlichkeit auf das Bild, mag nichts mehr angehen.


20. 6. (Tag 17)

dem Drängen gefolgt und einen schwarzen Reiter (Gattamelata) in zwei Anläufen in das Bild gemalt. Erst deutlich kleiner, das war gar nichts; jetzt größer, aber das reicht irgendwie nicht. Er zieht jetzt so harmlos von dannen, auch als habe er nichts mit alledem zu tun. kein Kontakt zwischen den Figuren.

Es wird Kraft kosten, Reiter und Pferd nochmals und zwar näher und größer zu malen.


19. 6. (Tag 16, Juneteenth)

gestern Abend noch „Praise in the Park“ – anlässlich Juneteenth – eine Band und ein kleines entspanntes Publikum – vielleicht noch 30 Leute am Abend um halb 8. Gemeinsem mit meinem (Theater-)Schriftstellerkollegen die einzigen zwei Weißen. Die gospelartige Musik war ziemlich cool, tranceartig, meditativ. Könnte ich gut zum Malen hören. Nur mit dem Malen will es heute nicht so klappen. Ich bin auch ziemlich müde nach den ersten zwei Wochen und der vorangegangenen Rundreise in den tiefen Westen.

Ich habe die beiden Männerfiguren links nun erstmal übermalt. Ich habe Ideen, was dort passieren könnte, aber keine ist so verlockend, dass ich loslegen möchte. Am drängendsten ist eine Vorstellung von einem Reiter (welch Klischee!), – dennoch: groß, massig, schwarz das Pferd. Wieder Gattamelata. Das würde aber bedeuten, dass ich erneut eine den anderen Figuren gleichwertige Masse dort hinsetze, was mit den beiden Männerfiguren schon nicht funktionierte und zudem den Plan, mit kleineren Figuren eine Perspektive und Raumtiefe zu erzeugen, aufgebe.

Also abwarten und mal Pause machen.


18. 6. (Tag 15)
mit den Ideen vom Vortag gestartet, aber die Übermalung des Niobiden aufgeschoben. Das Mädchen rechts unten begonnen umzusetzen. Nun ist sie so illusionistisch, dass sie das ganze Bild stört. Die „schönen“ Gesichter sind immer so ein Hindernis beim Fortkommen: Ich weiss, dass sie unpassend ist, mag sie aber nicht übermalen, hänge dann an dem technisch-Gelungenen und stehe mir so im Weg.

wie so oft, wenn ich mir etwas ausgedacht habe: es funktioniert nicht so wie erhofft; es ist das falsche Mädchen.


17. 6. (zwei Wochen)

ein müder, langwieriger Tag. Startschwierigkeiten, Müdigkeit und Unruhe. An der Dunkelheit und dem Tuch der Nacht gemalt, auch am Hintergrund neben den Beinen der Nyx. Die kauernde Frau verändert, ein wenig am Körper des Liegenden rumgemacht… Wie solls‘ nun weitergehen. Um das überhaupt denken zu können, die beiden Männerfiguren im Hintergrund provisorisch abgedeckt. Mir auch ein paar Fotos von meinem road trip vor zwei Wochen ausgedruckt: Kakteen, Wüste…
und es gibt einen Mond und eine Sonne. Das Mädchen aus dem Hugo van der Goes Altarbild am Bildrand nochmal skizziert, aber eine Faulheit hat mich abgehalten das in die Tat umzusetzen.

Anstelle heute Abend zu einem Konzert nach Fort Worth zu fahren (Junior Brown) – was leider nicht zu organisieren war – die Ideen laufen gelassen. Was wäre wenn; – wenn der Liegende das wäre, was er ursprünglich war: eine (römische Kopie einer griechischen) Marmorskulptur eines sterbenden Sohnes der Niobe (ein Niobide). also kein Inkarnat. Was würde die Frau umklammert halten? einen Stein.

gute Überlegung, drüber schlafen.


16. 6. (Tag 13)

die liegende Figur des Toten überarbeitet. Perspektive auf den Körper geändert, bzw. er liegt jetzt nicht mehr auf der Seite sondern auf dem Rücken. unklar bin ich über den Kopf, die Neigung und Drehung; und viel schwieriger, – das Gesicht, welche Person er ist. Aus der Überarbeitung haben sich weitere Konsequenzen ergeben: die kauernde Frau muss kleiner werden und die beiden Männer im Hintergund viel kleiner, viel weiter weg.
Für heute aber Pause – bin zu einem tea cake contest anlässlich des kommenden Juneteenth eingeladen. tut gut auch mal vor die Tür zu kommen.


15. 6. (Tag 12)

ein erkämpfter Tagesabschluss, um aus der schwermütigen jungen Frau, an der ich den halben Tag gemalte hatte, die dann aber für ihren Job im Bild nicht geeignet war, eine Figur entstehen zu lassen, die den nötigen Furor mitbringt; – nicht fertig, aber da geht was.


Fortsetzung vom Vortag und dann am Nachmittag die Feststellung: falsches Gesicht, falsche Person. Da hat sich etwas vom 19. Jahrhundert, oder etwas Schwülstiges eingeschlichen, und das gefällt mir nicht. ärgerlich – ein Tag Arbeit um den Fehler zu finden (und zu produzieren natürlich):


14. 6. (11. Tag)

an den farbigen Bereichen weitergearbeitet, das eine erweitert, das andere überdeckt; da ist noch viel Bewegung drin und es muss daher auch erst wieder mit den Figuren weitergehen.

Die Nyx bekommt endlich ein Gesicht; erster Anlauf stimmte nicht, am Abend nochmals ausgewischt und neu vorgezeichnet: es soll das Gesicht von Guercinos Madonna aus dem Städel werden.


13. 6. (Tag 10)

die Farbe wiedergefunden; es kann weitergehen.


12. 6. (Tag 9)

kurze Erkenntnis, dass ein guter Teil meiner Schwierigkeiten im Moment daher rührt, dass ich nach Bleistiftzeichnungen von Figuren arbeite. Es geht mir zwar um diese jeweilige Figur, ihre Linien, ihr Volumen oder den Körper im Bildraum, aber ich habe keine Farbe. Ich beginne also mit einer Vorstellung die unfarbig ist – logisch wäre somit ein unfarbiges, eher zeichnerisches Bild. Deshalb wohl auch die unbewusste Beschränkung auf Grau und Grün und Blau. Farbe ist aber selbst bei einem monochromen Bild konstitutionell für die Arbeit und auch wichtig als Moment der visuellen Lust.


11. 6. (Tag 8)

verschiedenes ausprobiert, um auch die Mal-Lust in dem Bild wiederzufinden: eine große intesive blaue Fläche mit Farbverlauf, die barocke Übertreibung des Gewandes der Nyx zurückgenommen, zwei Figuren wieder hinzugefügt. Nun frage ich mich (wieder) nach dem Sinn – vor allem des Formates. Wieso, Körper so groß (fast lebensgroß) – naturalistisch malen? Sicher lassen sich Beispiele – Beweise – finden, dass das geht. Es gelingt mir nur nicht, selber malerisch diesen beweis anzutreten.

Also für heute wieder pausieren und noch ein kleines Bild anfangen. Die Nachttemperaturen taugen ohnehin nicht zum schlafen.


10. 6. (heute Abend eine Woche vor Ort)

neuer Anlauf mit dem großen Bild, Revision der Nyx: etwas kleiner, ein wenig nach außen, andere Haltung der Arme, so dass sie das Tuch der Nacht besser ziehen kann.

wieder rangekämpft, morgen ihr Gesicht.


9. 6. (Tag 6)

die Lust an dem Großformat ist mir erstmal abhanden gekommen. Ich erwarte nichts von dem Bild, verliere somit das Interesse. Ein Bild muss mich selber überraschen, sonst braucht es ja nicht gemalt werden. Bis ich mit diesem Bild weitermachen kann, arbeite ich an einem kleinen Männerkopf: alle Figuren, die auf der großen Leinwand keinen Platz gefunden haben (wie die Madonna mit den beiden Kindern) male ich nun als Satelliten auf kleinem Format.

erste Fassung

irgendwie verschlimmbessert – am Ende des Tages ist es weiter, aber nicht voran gekommen.

zweite Fassung

Zu dem großen Format hatte ich dann die unsinnige Idee, einen Himmel als eine geschlossene Form – nämlich eine Sphera/sphere, also etwas zugespitzt Elliptisches zu malen – später wieder ausgewaschen soweit möglich. Keine Klarheit mehr über die beiden männlichen Figuren links, deshalb ausgewischt (die da werden sollten Gattamelata und sein Buddy). Das Vakum ist also noch größer geworden. Das gelbe Kleid der Trauernden provisorisch übermalt, da die Fabkombination blau/gelb im Zusammhang mit der Darstellung eines Getöteten völlig unhaltbar dämlich pathetisch war. Obwohl das Gelb rein visuell gewählt war, ist der Krieg in der Ukraine dennoch aus dem Jetzt nicht wegzudenken.
Was für ein Gemurkse…

Fast 22:00 Uhr – 30°C draußen – drinnen 27° dank Klimageräten. Wie sah der Alltag hier vor den Klimaanlagen aus? Ich muss an Forrest Bess in Texas unten am Golf von Mexiko denken, der nachts malte. Morgen früh um sechs, sind’s dann immerhin nur 26° draußen.


8.6. (5. Tag)

seltsamer Eindruck jetzt am Morgen: die Figur des Toten hat diese sehr deutliche Wunde in der Brust – klar und kontrastreich gemalt, wärend der Körper ein wenig geisterhaft gräulich ist. Der Blick heftet sich nun immer an diese Wunde, gibt dem Sehen Halt. Dadurch verliere ich plötzlich den Antrieb, das ganze Bild voran zu treiben – der kleine optische Anker reicht mir im Moment. Was ist der Schluss der daraus zu ziehen ist? kill your darlings? – also die eine herausgehobene „schöne“ Stelle in der Malerei wieder zu zerstören um ein Gesamtes zu ermöglichen?

Den ganzen Tag irgendwie weitergemacht, nur dass kaum ein Resultat zu sehen ist. Die Füße des Toten und die Frau, die das Bein umklammert hält. Dann mal wieder die Lust an dem Projekt verloren. ausgewichen auf ein anderes kleines Format.


7. 6. (4. Tag)

die Nacht war zu warm, wenig Schlaf, um 6 aufgestanden um die Kühle des Morgens mitzunehmen. Die Müdigkeit holt mich schon vormittags ein, und später kommt die Wärme hinzu. Die Arbeit verlangsamt sich, und der Antrieb fehlt. Aber Figur des Niobiden neu angelegt. Mit der veränderten Sicht auf den Körper ist auch mein Interesse an dem Bild wieder gewachsen. Welcher Bezug von mir als Betrachter auf den Körper im Bildraum herzustellen ist, macht da den Reiz für mich aus. Ich komme jetzt irgendwie näher an die Figur ran.

Habe mich bereits gestern gefragt, wieso ich ein solches Bild nicht besser planen kann, wieso es immer wieder auf trial and error hinausläuft. Sicherlich zum einen, da ich den Energieaufwand umfänglicher Vorzeichnungen scheue – aus der falschen oder berechtigten Sorge, die Kraft und den Antrieb für das eigentliche Werk zu verbrauchen. Klapheck hat ja immer diese wunderbaren, auf den Milimeter genau ausgewogenen Vorzeichungen erstellt, um eben nicht auf der Leinwand erst auf die Suche zu gehen nach den richtigen Linien und Räumen. Die Vorstellung im Kopf von einem Bild/einer Komposition kann man (ich?) nicht kritisch bearbeiten. Die Kritik setzt erst mit dem Sehen ein. Vorstellung ist ja ein schönes Wort, nur eben abstrakt, wie Sprache. Etwas Abstraktes kann ich also wiederum sprachlich im Geist bearbeiten. Das Bild muss dafür erst physisch da sein. Nee, jetzt habe ich mich verrannt.

Figur für Figur muss der Revision unterzogen werden. Jetzt die trauernde Frau, die sich an ein Bein des Toten klammert. Das Gesicht stimmt nicht, der Ausdruck. Da fehlt was und sie ist ein spannungsloser gelber Knubbel Gewänder. geht nicht.
Lucinda Williams hören.

abends nach mehrfachen Versuchen ein mögliches Gesicht für die trauernde Frau gefunden.


6. 6. (Tag 3)

weiter mit dem Großformat. die Figuer der Nyx, die den Schleider der Nacht über die Figuren im Vordergund zieht, weiter ausgeführt. bin mir unklar über ihre Hände, wie ich die Figur von Bordone verändern muss. Frust über den liegenden Niobiden. der falsche Körper in der falschen Haltung vielleicht. Am Bild pausiert, als das ganze Vorhaben fraglich wurde: Die Zusammenstellung mag zwar einen Sinn ergeben, nicht aber zwangsläufig Kunst.

Der Blockade ausgewichen auf ein kleines Format, das von meinem letzten Aufenthalt Februar 2020 übriggeblieben war. Vorlage Pontormo nach einer Zeichnung, die ich im September 2021 in den Uffizien davon gemacht hatte. Thematisch hätte ich mir eine Madonna eher verkniffen, insbesondere da das Gemälde Pontormos so uneinholbar großartig ist. Es hat aber jetzt und hier in Texas für mich mit Uvalde zu tun. Ich wollte eine Mutter und Kinder.

abends entschieden, beim Großformat den Männerkörper/Niobiden zu übermalen.


5.6. Sonntag (Tag 2)

ganz guter Dinge den Tag begonnen, im Vordergrund ein liegender Sohn der Niobe nach derselben Marmorplastik, nach der schon 2020 in Corsicana der erste Niobide entstanden war. die anderen Figuren verschoben, Gattamelata an den linken Rand und ihm einen Gefährten (buddy) zu Seite gestellt. Die Nyx (Figur nach einer Nymphe einer Diana von Bordone) mehrfach verschoben. Im Zentrum des Bildes ist eigentlich ein leerer Raum, der in die Tiefe gehen könnte, zu dem ich aber keine Vorstellung habe, ausser, dass ich ihn brauche für die Interaktion der Figuren.

Mittags Blockade: zu viele Optionen, zu viele Vorlagen und Möglichkeiten. viel zu viele alternative Bilder…


4.6. Samstag (Tag 1)

Das Vorhaben der residency soll ein Großformat sein, etwas, das ich hier in dem weitläufigen Studio umsetzen kann, wofür aber in meinem Düsseldorfer Atelier der Abstand fehlt. Die vage Phantasie dafür war seit Monaten vorhanden; aus dem Fundus meiner Figuren, gezeichneter Körper und Gesichter, Frauen und Männer, einen Zusammenhang, vielleicht eine Durchdringung, in jedem Falle Verbindungen herzustellen. Das war die Idee, mit der ich hergekommen bin.

Leinwand 220 x 324 cm, in 4 Streifen direkt auf die Wand getackert, damit ich sie in 4 Wochen auseinander- und abnehmen nehmen kann und aufgerollt in der Reisetasche mit ins Flugzeug.

(Über Ideen generell: sind selten konkret, sondern phantasmatisch. sind mehr Gefühl als Gedanke. und das Gefühl zieht in eine Richtung. Wie ein Bild aussehen soll, zu dem ich diese ‚Idee‘ habe, weiss ich nicht.)

Pläne gemacht. erste Vorzeichnung.

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